King Arthur, die Guy-Ritchie-Variante

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    • King Arthur, die Guy-Ritchie-Variante

      Neulich abend hatte ich mal nach etwas hin und her einen Babysitter gefunden und konnte so mit einer guten Freundin mal ins Kino gehen. Von der gemeinsamen filmischen
      Schnittmenge und der Uhrzeit her passte dann am Ende der neue King Arthur-Film von Guy Ritchie.

      Ich muss gestehen: Ich hatte keine großen Erwartungen. Ich hatte den Trailer gesehen. Der sah für mich abgesehen halt von der heute üblichen ausufernden Optik her nicht vielversprechend aus. Eher platt und zu weit abschweifend vom ursprünglichen Artus-Sagen-Stoff. Noch mehr als der Clive-Owen-Arthur. Ähnlich ging es auch meiner
      Begleitung, aber wir wollten ja auch nur einen kurzweiligen Abend, keine Literaturbesprechung.
      Diese tiefgehängten Erwartungen verhalfen uns dann zu einer unerwartet positiven Überraschung:
      Der Film kann was!

      Ja, es fehlen etliche Element der ursprünglichen Artus-Sage, einige wurden neu arrangiert oder erhielten einen anderen Anstrich. Aber das nicht sinnlos durcheinander gewürfelt,
      sondern im Kontext des Films durchaus organisch wirkend und irgendwann hat man sich da keinen Kopf mehr gemacht. (Und meine Begleitung hatte an der Uni immerhin irgendwann mal Mediavistik). Der Film vermischt auf eine ganz nette Art Fantasy-Elemente mit Elementen der alten Sage und Elementen der tatsächlichen Historie (etwa bei der Gestaltung des alten Londiniums mit Verweisen auf die Reste der Römer). Außerdem wird sich bei der Schnittfolge der Szenen ineinander geschachtelter Sequenzen bedient, was einen beim ersten Mal überrumpelt, weil es fast an einen Musikclip erinnert, aber sich als gutes Mittel erweist, den Film auf erfrischende Weise flott zu halten. Apropos Musik: Die Musik des Films kann was. Die fetzt, da waren wir uns einig.
      Aber die größte Überraschung: Die Hauptfigur muss tatsächlich eine Entwicklung durchmachen. Sie ist nicht der platte schon-immer-da-Held, den ich irgendwie erwartet hatte, der halt zweidimensional bleibt, sondern muss sich zu seiner letztendlichen Rolle in dem ganzen Drama tatsächlich erst durchringen.
      Im Übrigen gibt's in dem Film die hübscheste Guinevere seit langem, jedenfalls für mich wesentlich hübscher als Keira Knightley die Rolle verkörperte.

      Ich bin gespannt, ob der Film fortgesetzt werden soll. Denn eigentlich fehlt da noch einiges von der Artus-Sage, manches davon wird am Ende angedeutet - die Tafelrunde etc. Ich hab den Eindruck, Guy Ritchie hat sich die Option einer Fortsetzung offen gehalten für den Fall, dass der Film Erfolg hat.
      Jedenfalls kann ich festhalten: Ich war positiv überrascht, auch, aber nicht nur, wegen meiner niedrigen Erwartungen. Es gibt klar bessere Filme - aber im Vergleich der Artus-Sagen-Adaptationen würde ich King Arthur - Legend of the Sword nicht an die letzte Stelle setzen. Eher ins bessere Mittelfeld.