Pro und Kontra Holygram im speziellen und Post-Punk im allgemeinen

    • Pro und Kontra Holygram im speziellen und Post-Punk im allgemeinen

      Seelenhexe schrieb:

      Joy Division waren definitiv Pate für Holygram. Und genau darin liegt auch das Problem der Kölner begründet: Sie bieten wenig Eigenes.
      Joy Division standen für unzählige Bands Pate. Aber jede Band, die ich kenne, bringt auch etwas Eigenes mit ein. Bei dem Auftritt von Holygram brachte auch jeder Song etwas Eigenes.

      Seelenhexe schrieb:

      Vielleicht hat sich mir die Magie dieser Band nicht erschlossen, vielleicht muss man Kölner sein, um das zu verstehen. ... Wenn ich Joy Division hören will, höre ich dasOriginal
      Wenn ich Joy Division hören will, höre ich auch Joy Division. (Aber an Joy Division habe ich mich in den letzten Jahrzehnten mehr als satt gehört.) Holygram höre ich, weil es eben nicht Joy Division ist.

      Seelenhexe schrieb:

      (oder z.B. die Australier Ascetic:, die können Postpunk nämlich besser)
      Interessant, daß Du ausgerechnet Ascetic: erwähnst. Denn durch Ascetic: habe ich Holygram kennengelernt. Holygram waren ursprünglich als Vorband für das Kölner Konzert von Ascetic: vorgesehen, mußten dann aber aus irgendeinem Grund absagen.
    • Ich seh das wirklich so, wie ich es auch in dem Text schon erwähnte: Musik ist Geschmackssache. Ich war Holygram gegenüber SEHR aufgeschlossen, fand den Track "Still there" auch gut, so dass ich mir dachte "guckste dir die mal auf dem AMphi an". Ich fand einfach, dass diese Band nichts Eigenes hatte, weder optisch noch musikalisch. Es wirkte alles wie mit Gewalt gewollt. Ich habe alles von dieser Band schon mal woanders gesehen und gehört, so dass ich Holygram nicht brauche.
    • Da muss ich jetzt mal in die Bresche springen ...

      Habe HOLYGRAM auch erst kurz vor'm Amphi wirklich gehört. Schon der JD-Vergleich hinkt. Nur dann, wenn man JD als das Ultimo in Sachen Post Punk sieht, kann man so eine Behauptung aufstellen.

      KEINE der Bands, die sich dieses Retro-Sounds bedienen (mir fallen noch Ash Code, Motorama und She Past Away ein) bringen etwas wirklich Neues. Es geht darum, diesen Sound zu nehmen und ihn mit etwas eigenem zu mixen. Dies macht jede der bisher genannten Band auf seine Weise, ob durch Elektronik (Ash Code, She Past Away), etwas positiverer Grundstimmung (Motorama [ich nenne sie gerne immer "Joy Division in weniger düster"] oder - wie ich empfinde - durch 60er/70er-Einflüsse bei Holygram.

      Im Endeffekt würde deine Aussage bedeuten, dass du jeglicher zeitgenössischen Musik ihre Daseinsberechtigung absprichst, da es KEINE Band gibt, die etwas vollkommen neues bringt!
      (Und dazu zähle ich auch meine eigenen Projekte!)
      The Works of John T. Jefferson