And One Forever-Tour 2014 Köln

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    • And One Forever-Tour 2014 Köln

      Tourauftakt And One in Köln
      16.03.2014


      Alles hat ein Ende nur And One hat keins

      Und wer gestern beim Auftakt der „And One Forever“ Tour dabei war, der wird überzeugt sagen - gut so! Nach einigem Hin und Her, Irrungen und Wirrungen in der Band selber, schweren Beinverletzungen beim Frontmann bis hin zur Ankündigung der Bandauflösung 2012 - Fans des Bodypops haben mit And One einiges durchstehen müssen.
      Umso erstaunlicher und erfreulicher war es dann, als aus der Abschiedstour 2013 die „And One Forever“ Tour wurde. In neuer-alter Formation, bestehend aus passionierter Rampensau und Frontmann Steve Naghavi, den „verlorenen Söhnen“ Rick Schah und Joke Jay, sowie dem mittlerweile festen Bandmitglied Nico Wieditz, geht es jetzt also weiter mit And One und ein Ende ist nicht in Sicht.
      Trotz alter Konstanten - nach dem eher unspektakulär-soliden Album „S.T.O.P.“ war nicht ganz klar, was den Konzertbesucher am 16.03 in der ausverkauften Live Music Hall in Köln erwarten wird.




      Mit der Vorband „X-Divide“ hatte die Band auf jeden Fall einen guten Anheizer im Programm. Die Kölner Band wurde gutgelaunt empfangen und erfreute das Publikum mit Klängen irgendwo zwischen Frozen Plasma und Namnambulu. Melodischer Elektro-Pop, mit starken Vocals und viel Witz brachten das Publikum auf Temperatur und in Feierlaune. Charmante Ausflüge in „Enjoy the silence“ und selbst „Billy Jean“ ließen das Publikum jubeln. Wer einen Eindruck von der Band gewinnen möchte, höre bitte in „My love is“ oder „Sympathy“ hinein.

      X-Divide



      Nach einem flotten Umbau, ein, zwei Bier und gespannter Vorfreude, betreten dann And One, begleitet unter den mystischen Intro-Klängen des neuen Songs „Black Generation“, die Bühne. Final prescht ein strahlend grinsender Steve Naghavi vor und wird von frenetischen Applaus und begrüßt. Komplett genesen und voller Energie verspricht er „Und wir sind immer noch da. Und das ist erst die Halbzeit!“ und wischt damit auch letzte Gedanken an eine mögliche Trennung direkt vom Tisch.
      Und, ohne die Pointe vorweg nehmen zu wollen, aber Steves folgende „Androhung“ diesen Tourauftakt zum längsten And One Konzert in der Band-Historie werden zu lassen, sollte sich in dieser Nacht noch bewahrheiten.




      Drei einhalb Stunden And One pur und 50 (in Worten: Fünfzig!) Songs aus über 25 Jahren Bandbestehen krachten von da an über die Bühne. Der zweite Song „Shice guy“ ist an dieser Stelle natürlich das beste Statement, um alten Reibereien, Gerüchte und Stänkereien einen herrlich ironischen Arschtritt zu verpassen und Vergangenes schlussendlich vergangen sein zu lassen. Eine Ode an Steves feinen Humor!
      Von wirklich alten Nummern wie „Zerstörer“ und „Life isn‘t easy in germany“ und „Deutschmaschine“, zu extrem tanzbaren Hits wie „Technoman“ oder „Seven“, über komplett neue Auskopplungen wie „Black Generation“, „Bad Girl“ und unter meiner Uniform“ war dieses Konzert wirklich ein „Best of And One“. Auch wenn in den kommenden Tagen/Wochen drei (!) neue Alben ins Haus stehen, haben sich And One nicht darauf beschränkt, eine reine Promo-Tour für eben diese Scheiben zu machen, sondern haben gut ausgewählt genau das präsentiert, was der Fan wollte und brauchte. Dabei müssen sich die drei Teaser-Songs der neuen Alben doch nicht verstecken. Das bereits genannte „Black Generation“ konnte bereits als Opener alle mitreißen und hinter „Unter meiner Uniform“ verbirgt sich ein gefühlvoll balladesker Song.




      Bei nun gut 17 Alben und diversen EPs verwundert es nicht, dass Steve über einige Textstellen, ausgesprochen charmant, stolperte und unter Lachen gestand, dass er seine eigene Texte vergessen habe. Aber vielleicht war unter anderem genau dies auch eines der Puzzlestücke, dass dieses Konzert zu einem sehr persönlichen und herzlichen Event machte. Steve und auch Joke Jay waren in Plauderlaune und scherzten mit dem Publikum und untereinander ausgelassen. Ein klein wenig besonderer Zauber legte sich über die Halle, als Joke „High“ schmetterte und das gesamte Publikum die Hände nach oben riss und mitschwingen ließ. Immer wieder hielt Steve inne und sprach mit dem Publikum und scherzte ausgelassen, nicht zuletzt über sich und sein Alter.




      Zum Ende hin wurden noch „Klaus“ und, oh Wunder oh Wunder, das von der Band gerne totgeschwiegene und vom Publikum immer vehement geforderte „Pimmelmann“ gespielt. Jedoch in einer solch zauberhaften Piano-Version und inbrünstigen Theatralik seitens Steve, dass niemand mehr Pimmelmann gröhlen können wird, ohne Steves Gesicht an Rick Schahs Schritt (wie an diesem Abend eindrucksvoll präsentiert) vor dem inneren Auge zu sehen.
      War das ein Abend! War das ein Tournee-Start! Ohne die folgenden Konzerte klein reden zu wollen, absolut nicht - ich empfehle wirklich jedem wärmstens eines der folgenden Konzerte zu besuchen - diesen Abend zu toppen wird schwer! Ich zitiere und bekräftige Steve: „Das ist der beste Tourauftakt seit 15 Jahren!“



      Jeder, der Lust auf eine fulminante Best-of-Show hat, ausdauernder Tänzer und heiß auf And One ist, sichere sich sofort Karten für folgende Shows:

      29.03. Magdeburg
      30.03. Hannover
      05.04. München
      12.04. Leipzig
      19.04. Hamburg
      26.04. Dresden
      02.05. Berlin (Setlist A)
      03.05. Berlin (Setlist B)




      Bericht: Julia Katharina Lenz
      Bilder: Yves Christelsohn (black-dimension.de)

      Konzertgalerie