Review Amphi-Festival 2014

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    • Review Amphi-Festival 2014

      Das 10. Amphi-Festival war für mich das erste. Ich kann mich kaum noch erinnern, wann ich überhaupt zuletzt auf einem Festival war. Das müßte aber wohl das letzte Kölner Bizarre-Festival gewesen sein. Mein letztes und bisher einziges Festival auf dem Gelände des Kölner Tanzbrunnens war das 3. Rhein-Rock-Festival (mit New Model Army, Phillip Boa, Rausch, Broon, Miranda Sex Garden, SUN), das damals im Rahmen der Popkomm veranstaltet wurde, bis das Bizarre-Festival von der Loreley nach Köln kam. Das Rheinrock fand damals ausschließlich auf dem Gelände des Tanzbrunnens statt. Das Theater am Tanzbrunnen gab es noch nicht, den "Beach Club" ebenso nicht.

      Nachdem ich am Samstag den Einlaß passiert hatte, habe ich natürlich zunächst mal die Anwesenden am Dunkel-Volk-Stand begrüßt. Dann war noch Zeit, mir zunächst mal einen ersten kurzen Überblick über das Gelände zu verschaffen, bis es dann direkt vor die Hauptbühne ging.

      Die erste Band des Festivals war für mich She Past Away. Als sie zusammen mit Lotus Feed im MTC spielten, hatte ich bereits eine Karte für ein anderes Konzert. Lotus Feed hatten für diesen Auftritt auch freundlicherweise ihren Bass zur Verfügung gestellt (was einen Bekannten von mir überrascht hat, aber eigentlich gar nichts ungewöhnliches ist).





      Nach der Umbaupause ging es weiter mit Clan Of Xymox. Es war nicht das einzige Mal, das ich das Konzert weit weniger positiv bewertet hatte als meine jeweiligen Begleiter. Der beste Auftritt von CoX, den ich gesehen habe, war für mich mein erstes Xymox-Konzert 1999 auf der Creatures-Tour in Vaals. Meiner Meinung nach haben sie danach in allen Belangen langsam immer etwas weiter abgenommen. Clan Of Xymox haben sich auf dem Amphi insbesondere auf ihre neueren Songs konzentriert, zum Beispiel Emily. Von den Klassikern gab es hingegen nur zum Schluß noch Louise und A Day. Daß Clan Of Xymox früher mal eine gute Live-Band waren beweist die Live-Doppel-CD "Live".

      Danach habe ich mich erstmals mit dem schnellsten Weg von der Tanzbrunnen-Bühne ins Staatenhaus befaßt, der für den zweiten Tag wichtig war. Am ersten Tag ging es im Staatenhaus zunächst aber mal mit The Neon Judgement weiter. Eine von mehreren alten belgischen Bands auf dem Festival, wobei mir The Neon Judgement bei weitem mehr zusagt als The Klinik und Front 242. Von The Neon Judgement gab es unter anderem die drei Klassiker TV Treated, The Fashion Party und (meinen Favoriten) Chinese Black zu hören.

      Vierte Band des Tages für mich waren Burn im Theater. Das war ein Akkustik-Konzert und das Theater war bestuhlt. Deswegen ging es auch musikalisch etwas ruhiger zu. So viel kann ich zu Burn nicht schreiben. Entdeckt hatte ich sie zu den großen Zeiten des Netzwerks MySpace, dann aber auch wieder aus den Augen verloren.

      Nach Burn war erst mal für zwei/drei Stunden keine Band in Sicht, die mich interessieren könnte. Die Zeit habe ich dazu genutzt, noch mal für eine Stunde nach Hause zu fahren.

      Für den zweiten Teil des ersten Tages hatte ich zunächst The Klinik eingeplant. Drei Titel am Stück von ihnen waren mir dann aber doch erst mal genug. Auf einem Rundgang durch den weiteren Teil Staatenhauses bin ich dann auf andere gestoßen, mit denen ohnehin später noch ein Treffen geplant war. Das Zusammenfinden des Restes unseres Grüppchens hat sich dann als so kompliziert herausgestellt, daß ich gar nicht so richtig mitbekam daß Front 242 aufgrund technischer Probleme die Bühne wieder verlassen hatten. (Vielleicht hätte ich doch besser den Auftritt von Midge Ure mitgenommen, von dessen Tag sich andere Bekannte am nächsten Tag begeistert gezeigt hatten. Andererseits ist es immer interessant, mit DJ Ketty unterwegs zu sein, der alle möglichen Leute noch persönlich kennt, die mir nur vom Sehen von früher her bekannt sind.)


      Am zweiten Tag habe ich das Festival-Gelände wie geplant etwa eine Stunde vor dem Auftritt von In The Nursery erreicht. Von ITN hatte ich bereits im August 2013 ein Konzert im Kölner MTC gesehen, auf dessen kleiner Bühne es aufgrund insbesondere der großen Pauken deutlich beengter zuging.




      Insbesondere zwei Bands wollte ich am zweiten Tag unbedingt sehen: In The Nursery und The Exploding Boy. Als In The Nursery ihr Konzert um 15:48 Uhr auf der Hauptbühne beendet hatten sollten The Exploding Boy bereits seit drei Minuten im Staatenhaus auf der Bühne stehen. Als ich das Staatenhaus erreichte schallte mir bereits der Song "Desperado" entgegen. The Exploding Boy spielten eine bunte Mischung aus ihren bisherigen vier, im Zwei-Jahres-Rhythmus erschienenen CDs. Während am Vortag an gleicher Stelle The Neon Judgement noch einen weiß gekleideten Zuschauer im Publickum ausmachten und ihm "Go away!" oder so ähnlich, ich kann mich an die Wortwahl nicht mehr erinnern, zuriefen, traten The Exploding Boy gleich alle ganz in weiß auf.




      Damit hatte ich die für mich wichtigsten Bands des Festivals gesehen. Weiter ging es für mich mit dem Schluß des Auftrittes von Mesh. Zu deren Anfangszeit hatte ich auch noch relativ viel Synthpop gehört. Das hörte aber auf, als sich viele ursprüngliche Synthpop-Bands entweder zum Futurepop hinentwickelten (z.B. De/Vision), womit ich nie irgendetwas anfangen konnte, oder ganz verschwanden (z.B. Beborn Beton). Mesh hingegen sind, soweit ich das auf dem Amphi feststellen konnte, ihrem Stil nahezu treu geblieben. Allerdings meine ich, daß ihre Songs qualitativ nachgelassen haben.

      Danach bin ich zunächst auf eine Gruppe von Bekannten im ganz hinteren Bereich von der Hauptbühne getroffen. Das hat sich aber sehr schnell aufgelöst, als wir uns vom Schock von den Texten von Mono Inc. erholt hatten.

      Um 18:00 Uhr war ich dann mit einem anderen Grüppchen vor dem Staatenhaus verabredet. Dort ging es dann mit London After Midnight weiter. Bei dem schrecklichen Dröhnen der Anlage wurde ich den Eindruck nicht los, als ginge es darum, den Auftritt von vor einigen Jahren von Feindflug in den Schatten zu stellen, die Teile der Deckenbekleidung mit ihrem Sound herunterholten.

      Danach gab es bei uns Uneinigkeit, ob wir uns Die Krupps anschauen sollten oder nicht. Letztendlich haben wir uns das Konzert zum größten Teil vom Amphi-Café aus angehört, zum kleineren Teil vor dem Bierstand auf der Gegenseite von der Bühne.

      Gegen 22:00 Uhr habe ich das Amphi 2014 dann verlassen.
    • Schön geschrieben und auch passende Bilder dazu. Alex, wie schön, dass du dir noch ein Ticket geholt hast :)

      Ich hoffe du hast das Wochenende trotzdem genossen. Ich wundere mich jedes Mal wieviel Hintergrundinfos du zu den einzelnen Bands kennst. Du bist darin wirklich unglaublich :kumpel:
      Wo viel Licht ist,
      ist viel Schatten
      ~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-
      Mach mit:
      :goth1: Google-Maps-Karte "Schwarzer Reiseführer"
    • loocyfer schrieb:

      Toll geschrieben, tolle Fotos, Alex

      Danke!
      Inzwischen ist die Kamera-Technik der Smartphones auch so weit fortgeschritten, daß selbst ich damit einigermaßen vernünftige Fotos machen kann. ;)

      loocyfer schrieb:

      Aber schade, daß du mir durch die Lappen gegangen bist ;(

      Ja, schade, bei dem von Achle initiierten Treffen hatte es auch schon nicht geklappt.

      Achle schrieb:

      Schön geschrieben und auch passende Bilder dazu. Alex, wie schön, dass du dir noch ein Ticket geholt hast :)

      Mehrere Monate konnte ich mich nicht für oder gegen den Kauf eines Tickets entscheiden und vor unserem Treffen am Sonntag davor hatte ich mich eigentlich schon gegen den Ticket-Kauf entschieden.

      Achle schrieb:

      Ich hoffe du hast das Wochenende trotzdem genossen.

      Trotzdem liegen mir eher die kleinen Veranstaltungen.
    • Achle schrieb:

      Könntest du dir einen ganzen Tag Festival selber bauen. Wer würde zum ALEX Festival kommen? :)... welche Location würdest du nehmen? *gespannt bin*

      Ein solches Festival hatte ich sogar tatsächlich mal geplant. Es hätte dann natürlich "Dark-Cologne-Festival" geheißen.

      Als Ort hatte ich an die Werkstatt gedacht. Dort hatte im März 2012 ein belgischer Veranstalter namens "Porta Nigra" ein Festival mit fünf (belgischen und deutschen) Bands veranstaltet.

      Die Idee entstand damals während einer Attaque Surprise Party, als mich der Schlagzeuger von Lotus Feed fragte, wie ich denn nach Bestehen der Steuerberater-Prüfung feiern würde. Lotus Feed würden ohne Gage spielen und er würde auch noch MIdas Factory organisieren. Selbst kenne ich auch noch den Sänger/Gitarristen und den Bassisten von defekt 86. Kontrastprogramm hätten als elektronische Band Candyslade sein können, deren Sängerin Eve ich über defekt 86 kennengelernt habe, für die sie zwei Mal Vorband waren. The House Of Usher hätte ich vielleicht sogar auch organisieren können, wenn der Martin K noch in der Band gewesen wäre. Bei Escape With Romeo wäre es schon schwieriger/teurer geworden, da soweit ich weiß nur der Thomas Elbern in Köln wohnt. Aber ein kleines Kölner Festival mit den vier erstgenannten Bands, unter denen Lotus Feed mittlerweile unumstrittener Headliner gewesen wären, wäre durchaus nicht unrealistisch gewesen. Das ganze scheitert erst daran, daß ich im Berufsleben schon Streß hatte und habe, und im Privatleben daher möglichst alles vermeide, was Streß verursachen könnte.