Camouflage - Greyscale Tour 2015

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    • Camouflage - Greyscale Tour 2015

      Nach 9 Stunden Arbeit auf einen Samstag und dem damit verbundenen knappen Zeitfenster zwischen Niederlegung selbiger und Konzertbeginn erreichte ich ein wenig gestresst die Kölner Live Music Hall. Hätte ich eher gewusst, dass der Einlass nicht wie geplant 18.00 Uhr sondern eine halbe Stunde später beginnt, hätte ich noch... Ach, egal.

      Der Einlass lief reibungslos, das Abendessen in Form von Bratwurst und Bier war gut, der Puls wieder normal, es konnte losgehen.


      Mit Black Nail Cabaret eröffnete eine mir bis dahin unbekannte Band den Abend. BNC sind Emke und Sophie aus einer geteilten Stadt. Nein, nicht durch eine Mauer sondern einen Fluss, nämlich Budapest. Wirklich mitreißende, elektronische Musik ertönte aus den Boxen, gewürzt, passend zum Abend, mit einer gehörigen Prise 80er-Sounds. Wer mag, höre sich ihre Version von Rihannas "Umbrella" an, welcher gestern leider nicht performt wurde.

      Gespielt wurden in der mit 30 Minuten doch recht kurzen Zeit dafür andere Songs aus der bereits seit 2008 dauernden Schaffensperiode der beiden, etwa "Veronica" vom ersten, "Emerald City" betitelten Album, oder "Satisfaction", ein Stück, welches erst kürzlich das Licht der Welt erblickte und unter anderem von Haujobb geremixed wurde.



      Ich persönlich fand es schade, dass sich so viele den Auftritt der beiden Ungarinnen entgehen ließen, denn die Halle war nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Diejenigen, die sich auf Black Nail Cabaret einließen, wurden mit feinstem Synthiepop und einer starken Stimme belohnt. Ein bißchen enttäuscht war ich in diesem Fall schon, dass noch nicht so bekannten Künstlern nicht mehr Auftrittszeit eingeräumt wird, aber der Abend war ja auch kein Festival, sondern ein Konzert und BNC leider "nur" die erste Vorband.

      Aber dafür war es richtig gut!


      Über Solar Fake braucht man, glaube ich, nicht mehr so viele Worte verlieren. Obwohl... Das würde dem dann auch wieder nicht gerecht. Auf persönliche Einladung von Camouflage betraten also Solar Fake als zweite Vorband die Bühne und versetzten die mittlerweile volle LMH in Schwingungen.



      Die Playlist reichte von Songs aus dem ersten Album, "Here i stand" sei stellvertretend genannt, über "No Apologies" vom zweiten und "I hate you more than my life" vom letzten Album "Reasons to kill". Mit "Where are you" gab es thematisch passend einen Song zu hören, der wirklich in den Achtzigern hätte geschrieben sein können und mich irgendwie immer an Bad Boys Blue erinnert. Ja, sowas fand ich mal gut. Entschuldigung.

      Ein weiterer, tatsächlich bereits vor 31 entstandener Song wurde mit gespielt geringem Selbstwertgefühl so angekündigt: "Nun folgt ein Song, den ihr alle kennt. Also kann er nicht von uns sein. Es ist einer der Songs, die man selber geschrieben haben müsste, das war uns aber leider nicht vergönnt." Die Rede ist, natürlich, von "Such a shame", welcher vom Publikum begeistert aufgenommen und lautstark wiedergegeben wurde.



      Aber natürlich performten Solar Fake noch jede Menge eigene Songs, unter anderem "Face me" und ließ sich vom Kölner Publikum gebührend feiern. Ein energiegeladener Auftritt ging mit "Reset to default" nach etwa 45 Minuten zu Ende und die Bühne wurde den Roadies und, eine Viertelstunde später, dem Hauptact überlassen.


      Und der hieß Camouflage und brachte einiges mit. Neue Lieder, alte Lieder und eine wirklich schöne Video- und Lichtshow. Ob diese nur für die Kölner in hauptsächlich rut un wiess gehalten war entzieht sich leider meiner Kenntnis.


      Irgendwie habe ich Camouflage aus den Augen verloren. Damals. Denke ich über die 80er nach, fallen mir natürlich "The great Commandment", "Love is a Shield" und "Neighbours" ein. Auch weiß ich noch, wie ich die Augen verdrehte, jedes Mal, wenn in der Disco einer sagte: "Was denn, schon wieder Depeche Mode?!?" Aber vielleicht ist genau das der Grund für den nicht ganz so großen Durchbruch, wenn man in den 80ern und 90ern Synthiepop machte. Ich weiß es nicht.

      Umso mehr freue ich mich natürlich über "Greyscale", die neue Single "Shine" und den Einstieg auf Platz 14 in den Album-Charts, mit dem man auf Anhieb die Erfolge von "Voices & Images" und "Methods of Silence" wiederholt. Und mit mir freuten sich in der knüppelvollen Live Music Hall Fans in mittlerem Alter, mit dünner werdendem Haar, dicker werdendem Bauch, manchmal weisse Turnschuhe zu schwarzen Jeans. Also genau wie ich. Nur ohne die weissen Sneakers.


      Der Party tat das keinen Abbruch, es wurde zu alten, neueren und brandaktuellen Songs gesungen, geklatscht, getanzt. Mit "That smiling Face" wurden nach kurzer Zeit bereits nostalgische Gefühle geweckt, eine Zeitreise durch die Neunziger brachte unter anderem "Suspicious Love" oder "Handsome" vom 1991 erschienenen Album "Meanwhile" zum Vorschein. Durch ein lautes "Oh-oh-ohohohohohhhh" wurde vom Publikum "Shine" gefordert, was Marcus Meyn ein Grinsen entlockte. Natürlich wurde dieser Wunsch erfüllt, neben der Singleauskopplung aus dem aktuellen Album wurden einige Stücke daraus präsentiert, "Count on me", "Leave your room behind" oder "If..." wurden genauso gefeiert wie der wohl größte Hit "The great Commandment".


      Dieses Konzert als Ü-30 oder 80er Party zu bezeichnen trifft es natürlich nicht, auch wenn es (zum Glück) viele Anteile davon hatte.
      Es war einfach ein großartiges Erlebnis mit 3 wunderbaren Bands, die verschiedene Stile der elektronischen Popmusik überzeugend darzuboten wussten.

      Vielen Dank dafür.


      Die Bilder des Abends gibt es in unserer Eventgalerie.