Review Amphi Festival 2017 - Samstag 22.07. - mit Schwerpunkt Orbit Stage

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Review Amphi Festival 2017 - Samstag 22.07. - mit Schwerpunkt Orbit Stage

      Normalerweise kommt der Höhepunkt zum Schluß. Da ich in meinem Amphi-Review aber wie üblich chronologisch vorgehen möchte, muß ich zwangsläufig mit Holygram beginnen. Nach einer Absage waren sie als letzte Band nur wenige Wochen vor dem Festival noch verpflichtet worden. Am Samstag eröffneten sie die Theater-Bühne.
      Zuletzt hatte ich Holygram am 29.04.2017 auf dem Gotham-Sounds-Festival in Hilden gesehen. Damals fand ich ein paar Kleinigkeiten verbesserungswürdig. Den Samstag auf dem Amphi fand ich Holygram perfekt. Los ging es in der Reihenfolge wie auf der selbstbetitelten EP also mit Hideaway und Daria und - wenn ich mich richtig erinnere - auch noch Acceleration. Es gab auch wieder bislang unveröffentlichte Songs zu hören, sowie als weitere Songs von der EP natürlich auch Still There.
      [IMG:http://www.dark-cologne.de/fotos/Amphi2017/WP_20170722_13_16_13_800.jpg]


      In diesem Jahr war die Entfernung vom Theater bis zur Orbit Stage wesentlich größer. Das kostete mich die ersten fünf Minuten von Box And The Twins.
      Box And The Twins hätte ich anfangs nicht als eine Band für das WGT und das Amphi gehalten. Inzwischen muß ich aber sagen: warum nicht? In jedem Fall passen sie unter den großen Oberbegriff Post-Punk, mit Einflüssen aus Dream Pop und Shoegaze.
      Box And The Twins standen auf dem Amphi 2017 nicht mehr in ihrer ursprünglichen Stammbesetzung auf der Bühne. Einer der Twins, nämlich Gitarrist Mark, war ein paar Wochen zuvor aus der Band ausgestiegen. Auf dem Amphi wurde er durch einen Gast-Musiker ersetzt. Verblieben sind Sängerin Box Von Düe und Bassist Mike. Nachdem Box And The Twins ihre erste EP Our Fears noch unter dem Namen Coctail Twins veröffentlichten, müßten sie ihren Namen jetzt eigentlich erneut ändern... In welcher Besetzung es künftig weitergeht, steht aber wohl noch nicht fest.
      [IMG:http://www.dark-cologne.de/fotos/Amphi2017/WP_20170722_14_21_23_800.jpg]


      Im 2017er Amphi-Lineup standen drei Bands, die ich als "echte" Gothic-Rock-Bands in der Nachfolge von Bands wie Bauhaus bezeichnen würde. Damit meine ich aber nicht die Fields Of The Nephilim, die ich bereits vor vielen Jahren aus diesem Genre wieder gestrichen hatte. Vielmehr meine ich damit auch Aeon Sable, die als zweite Band auf der Orbit Stage ranmußte/-durfte. Ihren Auftritt starteten sie nach einem Intro mit Visions. Was ich nicht verstanden hatte, war das rhythmische Klatschen vieler Zuschauer, auch später bei Clan Of Xymox, wozu die Bands auch animierten. Das halte ich vielleicht angebracht beim sogenannten Stadion-Rock, im Post-Punk- und Gothic-Bereich zerstört das meiner Meinung nach aber die Athmosphäre.
      [IMG:http://www.dark-cologne.de/fotos/Amphi2017/WP_20170722_15_19_32_800.jpg]


      Das dritte Konzert auf der Orbit Stage bestritt Henric de la Cour, von dem ich zuvor noch nichts gehört hatte. Es war ein Auftritt, den ich auch nicht so intensiv verfolgt hatte, wobei sich mir immer die Frage stellte: höre ich mir den nächsten Song noch an? Ich konnte zur Musik nicht sagen: gefällt mir nicht; ich konnte aber auch nicht sagen: den Auftritt sollte ich mir anschauen.


      Die nächsten auf der Orbit Stage waren Esben And The Witch. Bislang hatte ich mich nie aufraffen können, zu einem ihrer Konzerte zu fahren. Umso mehr wollte ich sie daher auf dem Amphi sehen. Die Live-Umsetzung hat mir besser gefallen, als das, was ich vom Internet-Streaming kenne.
      [IMG:http://www.dark-cologne.de/fotos/Amphi2017/WP_20170722_18_18_32_800.jpg]


      Wie bereits im Jahr 2016 war auch beim Amphi 2017 der Samstag auf der Orbit Stage fast ausschließlich Bands aus dem Post-Punk-/Gothic-Rock-Bereich vorbehalten und umgekehrt wurden die Bands aus dem Post-Punk-Umfeld vorzugsweise am Samstag auf der Orbit Stage platziert. Der große Ausreißer unter diesen Bands waren Diorama.


      Headliner des Samtags auf der Orbit Stage waren Clan Of Xymox. Diese Band habe ich in den letzten Jahrzehnten unzählige Male in immer wieder unterschiedlicher Besetzung gesehen. Sie hatten sogar mal einen Schlagzeuger. Dieses Mal gehörte erstmals keine Frau dazu. Die Songs reichten von Neuheiten wie Loneliness bis hin zu den Klassikern Louise, A Day und Back Door. Die Zugabe war ein weiterer Klassiker: Muscoviet Mosquito. Auf dem Amphi hatten Clan Of Xymox zuletzt bereits vor drei Jahren gespielt. Damals hat mir der Auftritt so gar nicht gefallen. Dieses Jahr waren nach meiner Empfindung sowohl der Sound besser als auch die Band besser in Stimmung.
      [IMG:http://www.dark-cologne.de/fotos/Amphi2017/WP_20170722_21_09_24_800.jpg]



      Zum Thema Aftershow-Party fällt mir noch ein: Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen DJ im Kölner Underground Club erzählt, nach Konzerten würde er seine Parties möglichst im Stile der Bands beginnen, um noch ein paar Konzertbesucher zum Verbleiben zu bewegen, während das Party-Publikum noch nicht eingetroffen ist. Das fiel mir deshalb ein, weil die Amphi-Aftershowparty das genaue Gegenteil war. Es war eher ein Aufruf an die Xymox-Fans: Verschwindet ihr jetzt mal hier!