Das große Lädensterben

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  • Das große Lädensterben

    So,
    ein Thema, was mir schon lange am Herzen liegt und auch zu unserem Thema "Jugendkultur" passt.

    LEtztens war ich in Dresden. Das Abaddon hat nur noch einen Laden, nicht mehr zwei.

    Morgen fahre ich nach Frankfurt.
    Da gab es bis 2011 das Black Pearl. HAt dicht.
    Jetzt, zum 01.09., schließt auch noch das Codex. Wird also ein Abschiedsbesuch. :heul:

    Somit hat Frankfurt keinen Gothic Shop mehr. Frankfurt. Nicht Wuppertal. :D

    Ich stelle mir die Frage, woher kommt das große Shopsterben? Klar, ihr werdet jetzt sagen, die Leute bestellen ihren Kram im Internet. Okay, klingt logisch, aber bei Klediung muss man ja immer gucken wegen Größen. Ist halt was anderes als ne CD.
    Oder kommen immer weniger neue Leute in die Szene?
    Oder haben die Menschen einfach grundsätzlich weniger Geld?

    Was meint ihr? Ich bin sehr gespannt!
  • Hm... ich denk, das liegt in der Tat am Internet. Ich kaufe auch fast nur online - im Gegensatz zu früher. Da mußte man ja in den Laden gehen, wenn man was zum Anziehen brauchte.

    Neulich hab ich mich mit meiner Cousine unterhalten. Die hatte zwar keinen Gothic-Shop, sondern nen Dessous-Laden. Sie sagte, daß sie wohl jetzt lieber ihre Sachen online verkaufen möchte, weil die meisten Kunden eh online kaufen. Die Vorteile liegen zumindest aus ihrer Sicht klar auf der Hand: keine Ladenmiete, Personalkosten werden deutlich reduziert. Der Ladenverkauf schleppt und der Laden spielt die Unkosten kaum noch rein. Weil eben die meisten online kaufen :)
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    An'ye harm none, do what ye will
  • Was ist denn mit den Läden, die dicht machen? Existieren diese weiter als Online-Shop?

    Vielelicht können die Läden preislich auch nicht mithalten. Bekommt man doch online fast alles zum günstigsten Preis.
    Ich finde das auch sehr schade, kaufe aber auch real und online ein. Nur wo real einkaufen, wenn es keine Auswahl gibt? ;(
    Wo viel Licht ist,
    ist viel Schatten
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    Mach mit:
    :goth1: Google-Maps-Karte "Schwarzer Reiseführer"
  • Ja ich denke auch, dass es am Internetshopping liegt. Es ist für die meisten einfach "bequemer" :think:
    Hosen kaufe ich trotzdem gerne im Laden noch.
    Ich liebe auch die guten alten Gothicshops wie Art of dark und Co.
  • Naja, wenn die Kokurenz billiger ist, weil sie keine Ladenmiete zahlen musse und alles online vertreibt, dann muss man dicht machen...ich kaufe aber auch sehr gerne online und bin immer etwas frustriert, wenn meine Größe im Laden nicht zu bekommen ist, weil die, gerade in so spezialisierten Szeneläden, nicht immer alles auf Lager haben können.

    Dann bestelle ich lieber und tausche um, wenn es nicht passt :)

    Wobei ein Onlinesho den Flair und gute Beratung nicht ersetzen kann... leider sind 99% aller Gothic-Läden furchtbar "gruftig" und unschön und die Beratung auch nicht soooo kompetent...
    Preisfrage:
    1. Anna Blume hat ein Vogel,
    2. Anna Blume ist rot.
    3. Welche Farbe hat der Vogel?
  • Ich war auch schon ewig nicht mehr in Gruftläden einkaufen. Mich langweilt sehr oft die Auswahl einfach, die Preise sind verhältnismäßig teuer und dann gibt es vieles nur in Minigrößen.

    Wenn ich dann doch mal etwas Besonderes finde, ist dass dann meist eher zufällig beim Stöbern im Internet. Manchmal sind es aber auch bestimmte Marken, nach denen ich dann gezielt suche, wenn mir etwas gut gefällt, z.B. RQ-BL.

    Dank des internationalen online Shoppings bekommt man viele Sachen auch sehr günstig direkt vom Hersteller bzw. kann sich in China Kleidung auf Maß anfertigen lassen oder sieht dass die in Indien produzierten Korsetts für unter 30 € zu haben sind, wo der Einzelhandel dann 90-120 € für verlangt.

    Gleichzeitig möchte jeder so individuell wie möglich herumlaufen. Es macht dann mehr Spass sich ausgefallene Teilchen vom Ende der Welt schicken zu lassen, als ein Teil zu kaufen, von dem noch 10 weitere an der Stange hängen. Andersherum macht es dann auch keinen Sinn im Laden dann extra etwas für sich bestellen zu lassen (es sei denn man möchte dem Inhaber einen persönlichen Gefallen tun), wenn man es dann auch selbst online ordern könnte.

    Dawanda, Etsy und DoItYourself spielen dann sicher auch eine Rolle, wenn es darum geht, individuelle Klamotten und Accessoires zu bekommen.

    Im Grunde ist vieles aber auch ein Zeitfaktor. Ich habe keine Zeit um extra in Läden zu fahren und auf Verdacht zu stöbern. Suche ich etwas Bestimmtes ist es effektiver nach einer Auswahl online zu schauen und mir dann das herauszupicken, was meinen Vorstellungen am ehesten entspricht.

    Gleichzeitig ist es dann aber auch schön sich z.B. auf Festivals von den Ständen wieder überraschen lassen zu können :)
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    My Big Fat California Beach Wedding :inlove:
  • Okay, also ich entnehme mal euren aussagen, dass ihr hauptsächlich im Internet bestellt.

    Da stell ich mir aber die Frage: wo?
    Denn es gibt ja Hunderte von schwarzen online Shops.

    Weiterhin ist es denke ich ein Problem mit dem umtauschen wenn was aus dem Ausland kommt. Oder nicht?

    Diese Internet Kauferei trägt denke ich dazu bei, dass man in den Innenstädten nur noch die großen Ketten findet, weil alles andere sich dort nicht mehr halten kann.

    Und mit dem Preisvorteil : ja, das finden alle immer solange toll, bis sie selber betroffen sind, weil ihr Arbeitsplatz weg fällt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland durch das internationale Shopping gekillt werden.
  • Ja, das stimmt, ich kaufe fast nur online. Und in die Stadt gehe ich tatsächlich nur noch zu H&M und dem Rest.

    Und naja, ist es denn so schlimm, wenn es sich auf die Online-Welt verlagert? Hat doch auch für Ladeninhaber Vorteile (sicherlich, je nach Produkt). Kelaino hat sehr gut beschrieben, was ich dachte... viele Ladeninhaber KÖNNEN meinen Bedürfnissen nicht nachkommen, weil man doch sehr individuell und "exotisch" sein möchte.

    Und wo ich shoppe? Vieles finde ich wirklich auf ebay, aber in der Regel lotst mich ebay dahin, wo ich hin will. Ich Suche eher nach einem Shop der einen gezielten Artikel führt, als dass ich durch Online-Shops stöbere (was aber auch vorkommt).
    Preisfrage:
    1. Anna Blume hat ein Vogel,
    2. Anna Blume ist rot.
    3. Welche Farbe hat der Vogel?
  • Jap - is bei mir auch so. Ich suche nen bestimmten Artikel und dann krieg ich die Shops angezeigt, die das haben.

    Umtausch per Internet is in der Regel kein Problem. Klar, wenn es aus China oder so kommt, wirds problematisch, aber in solchen Föllen check ich zB Masse ganz genau ab und scheue mich auch nicht, vorher mit den Shops in Kontakt zu treten, damit auch wirklich alles sitzt und paßt.

    Aber jetzt mal ehrlich... ich wollte mir zur Sohn-Hochzeit nen Rock kaufen. Ich wollte nen einfachen schwarzen Bleistiftrock. Ich also in die Stadt gestapft, weil ich dachte, das sollte ja kein gesteigertes Problem sein.

    Ich: "Rock - Schwarz - Größe 44"

    Ette: "DA hinten in der Ecke auf dem Ständer, da vorne auf dem Ständer, im ersten Stock auf verschiedenen Ständern, im Erdgeschoss auf nem Ständer und irgendwo im Regal..."

    Spätestens hier war ich bedient. Ich hab dann echt keinen Bock auf sowas.

    Zuhause läuft das so ab: Eingeben Rock - Farbe Schwarz - Größe wählen und ich muß nur noch aussuchen.

    Is halt wesentlich einfacher und schneller online. Ich räume aber ein, daß ich eh net so der Shopaholic bin und Einkaufen für mich n notwendiges Übel und alles andere als n Vergnügen is.
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  • Um vieles von dieser vorgekauten Massenware von der Stange ist es nun wirklich nicht schade. Früher hätten sich viele für 'ne ausgiebige Einkaufstour in Berlin oder - um Welten besser - London die rechte Hand abgehackt, das Internet war noch kein Thema - also was tun?
    Kreativ werden, selber mal das Köpfchen anstrengen und rumprobieren. ;)
    DRINK COFFEE - do stupid things faster with more energy
  • Das stimmt.
    Aber: die Läden machen zu. Es gibt weniger schwarze Parties.
    Manche kleinere Festivals (Zita Rock) werden abgesagt.
    Bands einzeln spielen vor knapp 100 Leuten (habe ich mehrfachst erlebt - zuletzt bei (SITD und aesthetic Perfection in Mannheim).

    Ich glaube, Festivals sind grundsätzlich 'in'. Wacken oder RAR sind ja auch immer ausverkauft, bevor überhaupt klar ist, wer da spielt.